Ein professionell gestaltetes Profil, ein vertrautes Logo und viele begeisterte Kommentare können ein Cannabisangebot etabliert wirken lassen. Eine Social-Media-Seite beweist jedoch weder, dass ein Verkäufer lizenziert ist, noch, dass das Produkt echt ist. In den USA waren laut FTC Shopping-Betrugsfälle die am häufigsten gemeldete Betrugsart in sozialen Medien; die Daten beziehen sich auf allgemeinen Shopping-Betrug, nicht speziell auf Cannabisverkäufe. [1]

Beginnen Sie bei der Aufsichtsbehörde, nicht beim Profil

Die Regeln für den Cannabisverkauf unterscheiden sich je nach Ort. In Kanada entscheiden beispielsweise Provinzen und Territorien, wie Cannabis verkauft wird und wer es verkaufen darf. Health Canada empfiehlt Käufern, die offizielle Händlerliste ihrer Provinz oder ihres Territoriums zu verwenden. Das ist eine nützliche allgemeine Vorgehensweise: Suchen Sie die Website Ihrer örtlichen Aufsichtsbehörde selbst und prüfen Sie dort den genauen Firmennamen und Standort des Verkäufers. [2]

Die eigene Website, das Social-Media-Konto, Kommentare von Kunden oder eine angegebene Lizenznummer können Hinweise darauf geben, was Sie überprüfen sollten. Sie ersetzen aber nicht die Bestätigung durch die zuständige Aufsichtsbehörde. Der Bundesstaat New York bietet ein Beispiel für eine offizielle Prüfung: Das dortige Office of Cannabis Management führt lizenzierte Verkaufsstellen auf und beschreibt ein Verifizierungstool, das an lizenzierten Geschäften angezeigt wird. Diese Systeme gelten speziell für New York. Suchen Sie an Ihrem Wohnort nach der entsprechenden zuständigen Stelle. [4]

Achten Sie darauf, wozu das Angebot Sie drängt

Machen Sie eine Pause, wenn das Konto Sie zu einer sofortigen Zahlung drängt, das Gespräch in private Nachrichten verlagern will oder eine schwer rückgängig zu machende Zahlungsmethode verlangt. Die FTC empfiehlt, einen Verkäufer außerhalb der Social-Media-Plattform zu recherchieren und seinen Namen zusammen mit Begriffen wie „Betrug“ oder „Beschwerde“ zu suchen. Sie warnt auch vor Online-Verkäufern, die auf Geschenkkarten, Überweisungen, Zahlungs-Apps oder Kryptowährung bestehen. [1]

In Kanada nennt Health Canada mehrere Anzeichen für einen möglicherweise illegalen Cannabisverkauf: keine Altersüberprüfung, Empfehlungs- oder Anmeldeprämien, Versandangebote in alle Landesteile oder Forderungen nach E-Transfer oder Kryptowährung, wenn Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Das sind Warnzeichen, keine allgemeingültige Checkliste für jede Rechtsordnung; ein einzelnes Anzeichen belegt auch nicht, wer ein Konto betreibt. [2]

Eine vertraute Verpackung ist keine Sicherheitsprüfung

Ein Foto von Markenverpackungen, ein Produktetikett oder ein Laborbericht kann kopiert oder verändert worden sein. In Kanada wird legales Cannabis für den nichtmedizinischen Gebrauch über von Provinzen oder Territorien zugelassene Händler verkauft. Für legale Produkte sind bestimmte Etikettenmerkmale vorgeschrieben, etwa eine Verbrauchsteuerbanderole und ein standardisiertes Cannabis-Symbol. Health Canada sagt außerdem, dass legale Produkte qualitätskontrolliert und getestet werden, während illegale Produkte unbekannte oder irreführende Angaben zu THC und CBD enthalten und verunreinigt sein können. Dies sind kanadische Vorgaben; die Verpackungsregeln unterscheiden sich anderswo. [3]

Behandeln Sie einen QR-Code oder ein Zertifikat, das ein Verkäufer schickt, nicht allein als Beweis. Prüfen Sie, ob die zuständige Aufsichtsbehörde vor Ort erklärt, wie ein Händler oder Produkt verifiziert werden kann, und vergleichen Sie die genaue Identität des Verkäufers mit den offiziellen Angaben. Die Aufsichtsbehörde von New York rät Verbrauchern beispielsweise, sowohl das Verifizierungstool im Geschäft als auch das Produktetikett zu prüfen und auf einen QR-Code oder Link zum Analysezertifikat des Produkts zu achten. [4]

Wenn etwas verdächtig wirkt

Senden Sie kein Geld und keine persönlichen Dokumente, solange Sie noch versuchen festzustellen, wer der Verkäufer ist. Bewahren Sie Kontonamen, Nachrichten und Zahlungsanweisungen auf, falls Sie den Kontakt melden müssen. Wenn Sie bereits bezahlt haben, wenden Sie sich umgehend an Ihren Zahlungsdienstleister und nutzen Sie den offiziellen Meldeweg für Verbraucherbeschwerden oder Strafverfolgung in Ihrer Rechtsordnung. In Kanada verweist Health Canada Personen, die sich wegen eines möglicherweise illegalen Cannabisverkäufers sorgen, an die örtliche Polizei oder die nächstgelegene RCMP-Dienststelle. [2]

Als Faustregel gilt: Überprüfen Sie das Unternehmen über eine offizielle Quelle, bestätigen Sie die Kontaktdaten unabhängig und brechen Sie ab, wenn der Verkäufer Sie unter Druck setzt oder gewöhnliche Prüfungen verhindert. Ein Social-Media-Feed kann die Regeln nicht für jeden Ort klären. Die Händlerliste der Aufsichtsbehörde liefert aber einen guten ersten Ansatzpunkt: Ist der Verkäufer dort aufgeführt?